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Liebe Sprachhexen: Ich bin sehr froh, dass ich neulich
auf dieses Buch gestossen bin, und da ich es heute endlich
ausgelesen habe, wollte ich es Euch allen vorstellen
Auf dem Buchruecken heisst es:
Was sollte ein Kind in seinen ersten sieben Lebensjahren
erlebt haben, koennen, wissen? Die "Weltwissen"-Recherche,
die Donata Elschenbroich in diesem Buch vorstellt, entwirft
einen neuen, offenen Bildungskanon fuer die fruehen
Jahre - als Anregung und Orientierung fuer Eltern und
Erzieher, als Herausforderung fuer die Bildungspolitik.
Klappentext: Strahlende Intelligenz, sagte Sigmund
Freud, sei charakteristisch fuer Kinder in der Jahren
vor der Schule. Nie ist die Neugier, die Lust am Forschen
und die Offenheit fuer neue Erfahrungen, fuer "Welt-Wissen"
in einem umfassenden Sinn, groesser als in dieser Zeit.
(...)
Donata Elschenbroich hat im Gespraech mit Menschen
aller Schichten - Eltern, Paedagogen, Hirnforscher,
Entwicklungspsychologen, Unternehmer, Verkaeufer, Arbeitslose
- eine Wunschliste entworfen, die lebenspraktische,
soziale, motorische Faehigkeiten und Erfahrungen ebenso
aufgreift wie kognitive und aesthetische.
Nicht um einen Lernzielkatalog, eine Checkliste abzupruefender
Faehigkeiten geht es dabei, wohl aber um einen Kanon
von Bildungserlebnissen, die Kinder auf das Leben in
einer veraenderten Welt vorbereiten.
Mir hat das Buch viele Anstoesse gegeben, ueber die
Vorschulzeit meiner Kinder nachzudenken. Mir gefaellt
das oben aufgefuehrte Freud-Zitat besonders gut.
Auch bringt einem das Buch die Bildungssituation in
Deutschland naeher, und gibt einem neue Perspektiven
auf die Vorschulsituation, die wir in dem Land vorfinden,
in dem wir als Auslandsdeutsche leben. Die Autorin bringt
verschiedene deutsche Angebote an, sowie internationale
Ansaetze und Praktiken, ebenso historische (wer hat
schon mal vom Orbis Sensualium Pictus von Comenius gehoert?).
Ich hatte auch noch nie von der Kinderakademie in Fulda
gehoert oder von Kindergaerten, in denen es ein Kinderparlament
gibt.
Am besten gefiel mir ihr Kapitel mit "Bildungsminiaturen",
in dem sie einige der Wunschlistenpunkte genauer bespricht.
Zum Beispiel:
Das Ich-als-Kind-Buch: Jedes Siebenjaehrige sollte ein
Ich-als-Kind Buch haben. Sollte sein Selbstportraet
gesehen haben.
Waldtag: Jedes Kind sollte einige Tage seines Lebens
im Wald verbracht haben. Jedes Kind sollte Beeren vom
Busch gepflueckt haben. Jedes Kind sollte Jahresringe
am Baumstumpf gezaehlt haben. Jedes Kind sollte einmal
in einen Bach gefallen sein.
Mich hat in diesem Buch wie gesagt vieles beeindruckt,
ich habe viele Notizen gemacht, auf einiges will ich
zurueckkommen.
Es ist keineswegs belehrend geschrieben, und die Liste
an sich steht nicht im Vordergrund, sondern das breite
Panorma an Welterfahrung, die einem Kind geboten werden
oder auch nicht.
Die einzige Kritik, die ich habe, ist, dass das Buch
recht trocken und stellenweise verwissenschaftlicht
geschrieben ist. Aber ich habe es trotzdem mit Begeisterung
gelesen. Ich koennte noch mehr ueber dieses Buch von
mir geben, aber fuer eine Rezension langt es vorerst.
Liebe Gruesse aus Chicago, Annette Miriam

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