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von
Ursula Hegi
Trudi Montag hat die Gabe des Zweiten Gesichts, sie
sieht in die Vergangenheit und in die Zukunft. In ihrem
Kopf entstehen Geschichten, die zu den Geheimnissen
der Menschen vorstoßen, zu den Unterströmungen, den
Strudeln, die einen herunterziehen. Geschichten, die
uns mit einer unendlichen Vielfalt von Farben umspülen.
Geschichten, die sind wie der Fluß, den Trudi so liebt,
und dessen Stimmungen und Geheimnisse, dessen Töne und
Gerüche vermutlich nie schöner beschrieben worden sind.
"Die Andere" ruft, am Beispiele einer kleinen Stadt,
deutsches Schicksal zwischen 1915 und 1952 ins Gedächtnis.
Seine überwältigende Stoffülle, der Reichtum konkreter
Details, die für das Ganze der Wirklichkeit stehen,
sein Realismus und seine lyrisch verdichtete Sprache
verleihen dem Buch eine fast magische Qualität.

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